17. January 2012

3 Stunden in Ardour3 beta 2

Filed under: computer,freie software,Freiheit,Linux,Musik,Politik — Tags: , , — zettberlin @ 22:44

Ich habe vor einigen Tagen die neue Beta von Ardour3 installiert und 3 Stunden damit verbracht.

Hier das Resultat:

http://lapoc.de/demos/offtime-a3-16012012.ogg

Bisher hatte ich vor allem die neuen MIDI-Tracks ausprobiert, nun bin ich mal so rangegangen, als würde ich einfach eine neue Idee schnell aufnehmen wollen. Also habe ich erst mal Drums aus Hydrogen und einen, dann noch einen Basstrack aufgenommen. Das ging ganz normal, der einzige deutliche Unterschied ist die neue Verbindungsmatrix, die allerdings nach kurzer Eingewöhnung besser als die alte ist.

Anschließend habe ich einige Samples importiert und dazu arrangiert. Auch hier alles wie gewohnt allerdings ist die Darstellung der Wavesamples deutlich hübscher als in A2 und viel wichtiger: A3 macht keinerlei Schwierigkeiten, wenn man Mono-Samples auf Stereotracks packt. Eine Umstellung ist auch der neue Projektnavigator:

a3_navigator und links davon der neue Kanalzug mit unendlichen Möglichkeiten, das Routing falsch einzustellen....

a3_navigator und links davon der neue Kanalzug mit unendlichen Möglichkeiten, das Routing falsch einzustellen....

Der hat durchaus einige sehr nützliche Vorteile, nur mal schnell ein paar Sekunden zurückbewegen geht in A2 irgendwie besser. Das wird allerdings durch die neuen Funktionen durchaus aufgewogen und stellt wohl auch eine Gewöhnungssache dar. Etwas anders ist auch die Normalisierungsfunktion, hier muss ich mich wohl daran gewöhnen, nach Druck auf N auch noch Enter zu machen — geschenkt, dafür kann man das Normalisieren einstellen.

Und am Ende dann doch eine MIDI-Spur:

a3_miditrack, darüber die Auswahl der Mausmodi mit diversen Funktionen für MIDIbearbeitung, im Kanal links ist CALF Monosynth als LV2-Plugin eingehängt.

A3-miditrack, darüber die Auswahl der Mausmodi mit diversen Funktionen für MIDIbearbeitung, im Kanal links ist CALF Monosynth als LV2-Plugin eingehängt.

Ich habe ein kleines Loop für CALF Monosynth eingebaut und zwei Parameter (Cutoff und Decay) automatisiert. Dabei fiel erst mal auf, dass das Ganze inzwischen ziemlich stabil und mit einem sehr schlüssigen Bedienkonzept daherkommt. Das werde sogar ich ab und an verwenden.
Allerdings hatte ich beim Bearbeiten von Noten im laufenden Betrieb auch den einzigen Absturz — ist eben doch noch Beta. Nach dem Neustart setzte aber die Wiederherstellung korrekt ein und so habe ich vielleicht 5-6 Sekunden verloren. Gar keine Probleme gab es übrigens mit den Plugins, egal ob LADSPA oder LV2 — alles funktioniert, wie es soll.

Zum Schluss habe ich noch eine Gitarrenspur von Guitarix aufgenommen und exportiert. Der Exportdialog ist extrem erweitert und man muss die Stelle finden, an der man den Masterkanal einschaltet. Geklappt hat der Export ohne Probleme.

Beim Öffnen des Projekts zwei Tage später entdeckte ich eine weitere bedeutende Neuigkeit in A3:

Ardour3 kann Probleme lösen, die Ardour2 nicht hatte.

Ardour3 kann Probleme lösen, die Ardour2 nicht hatte.

Ob es eine gute Idee ist, beim Import von Samples statt radikalem copy-to auch noch das fehlerträchtige Linken auf irgendwelche externen Ordner zuzulassen? Ich denke nein.

Die allermeisten neuen Funktionen von Ardour sind aber durchaus nützlich und sinnvoll und sie funktionieren inzwischen auch tatsächlich. Es ist eine Freude, die überarbeitete Oberfläche zu benutzen. In Ardour 3 funktioniert nicht nur alles, es sieht auch gut aus.

Fazit: Kann ich inzwischen wirklich empfehlen!

endbild
Fitting perfectly well into the colours of a meadow since the late Cretaceous. Some 130 million years of learning can do wonders, methinks...