{"id":35,"date":"2010-08-07T20:19:36","date_gmt":"2010-08-07T20:19:36","guid":{"rendered":"http:\/\/lapoc.de\/zblog\/?p=35"},"modified":"2010-08-08T00:56:33","modified_gmt":"2010-08-08T00:56:33","slug":"der-giving-pledge-der-milliardare-und-ozzy-osbournes-schwarzer-regen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lapoc.de\/zblog\/?p=35","title":{"rendered":"Der giving pledge der Milliard\u00e4re und Ozzy Osbournes schwarzer Regen"},"content":{"rendered":"<p>Seit Anfang August geht ein Raunen durch die deutschen Medien: die amerikanischen Superreichen, fiese, eiskalte Geldraffmaschinen allzumal, sind scheinbar doch lieb. Bill Gates und Warren Buffet haben ihre Milliard\u00e4rs-Kollegen angerufen und gebeten, doch zu versprechen, wenns geht wenigstens die H\u00e4lfte Ihrer Verm\u00f6gen der Wohltat zu widmen. Und 40 kapitale Kapitalisten haben schon unterschrieben und artige Briefe an die Webseite {lhttp:\/\/thegivingpledge.org|thegivingpledge.orgl} gesandt. <\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Meldung! Der Spiegel ist platt:<\/p>\n<p>\n{l http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,710192,00.html| spiegel.de\/wirtschaft\/soziales l}<\/p>\n<p><cite><br \/>\nHamburg &#8211; Es ist ein beispielloser Schritt: 40 Milliard\u00e4re in den USA haben an diesem Mittwoch zugesagt&#8230;<br \/>\n<\/cite>\n<\/p>\n<p>\nNun gut, beispiellos &#8212; sicherlich haben wir noch nicht sehr oft eine vergleichbare \u00d6ffentlichkeitsarbeit gesehen. Erstaunlich ist allerdings auch, dass kaum ein Journalist darauf hinweist, dass es dabei zumindest bis jetzt nicht darum gehen kann, pl\u00f6tzlich weitere 50% der Milliard\u00e4rsverm\u00f6gen einzusammeln. Die meisten Berichte weisen nicht darauf hin, dass fast alle auf der Liste bereits seit vielen Jahren einen mehr oder weniger gro\u00dfen Teil ihrer Verm\u00f6gen in als wohlt\u00e4tig registrierten Stiftungen eingebracht haben. Und kaum einer macht es unter 90%.\n<\/p>\n<p>Und warum? Ein Grund ist sicher die steuerliche Beg\u00fcnstigung, die wohlt\u00e4tige Stiftungen in den USA genie\u00dfen. W\u00e4hrend erhebliche Einkommen und Bankkonten in \u00dcbersee durchaus sp\u00fcrbar besteuert werden, ist das Stiftungswesen sehr viel besser als bei uns gestellt. Private Wohlt\u00e4tigkeit und Kulturf\u00f6rderung hat in den USA eine jahrhunderte alte Tradition. Institutionen wie die ber\u00fchmten Kunstmuseen und Opernh\u00e4user in den USA bekommen so gut wie keine staatlichen F\u00f6rderungen und haben trotzdem Budgets, von denen unsere vergleichbaren Einrichtungen nur tr\u00e4umen d\u00fcrfen. Dale Carnegie sagte: &#8220;Wer als reicher Mann stirbt, stirbt in Schande.&#8221; Und die meisten Reichen in \u00dcbersee haben diese Maxime beherzigt. Mehr oder weniger, denn 1% von 5.000 Millionen Dollar ist immer noch 50 Millionen und damit ein einigerma\u00dfen nennenswertes Erbe.\n<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung und der Verfassung richten sich gegen Adelsprivilegien. Amerikaner sollten keine angeborenen Vorteile genie\u00dfen. So k\u00f6nnen die Geldf\u00fcrsten Amerikas nicht daran interessiert sein, dass ihre quasi-adelige Stellung durch dynastische Weitergabe von bizarren Riesenverm\u00f6gen allzu sichtbar wird. Die meisten Kinder von Herz\u00f6gen und Baronen sind darauf eingestellt, dass sie als einfache Junker in den pursuit for happieness einsteigen werden. In den Briefen an Gates und Buffet wird immer wieder zugegegeben, dass kein Mensch ein Verm\u00f6gen von tausenden von Millionen Dollars f\u00fcr sich ausgeben kann. Ein Lebensstil mit Privatflugzeugen, einem halben dutzend Villen, Kunstsammlungen und 1000,- Dollar Abendessen ist schon f\u00fcr 2-300 Millionen zu haben. Auch, wenn sich Paul Allen, die Nummer eins der Liste, eine Yacht so bauen l\u00e4sst, wie die NASA gerne ihre Raumschiffe bauen w\u00fcrde oder wenn Larry Ellison ein Kampfflugzeug einem Lamborghini vorzieht, kommt dabei keine ganze Milliarde zusammen. Und die Ausbildung und Sinnsuche der Infanten ist mit 2-3 Millionen sozusagen Portokasse.\n<\/p>\n<p>Im zweiten Listeneintrag auf thegivigpledge.org stehen Laura and John Arnold\n<\/p>\n<p>\n{lhttp:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/John_D._Arnold|en.wikipedia.org\/wiki\/John_D._Arnoldl}<\/p>\n<p>\n und ihr Brief enth\u00e4lt einen bemerkenswerten Absatz: <\/p>\n<p>\n<cite><br \/>\nAt the Foundation, we focus on areas where <br \/>\n(1) philanthropic investments can lead to solutions that are self-sustaining in the long-term, <br \/>\n(2) we can leverage a relatively small investment to create a large impact on total societal benefit and <br \/>\n(3) the market does not presently yield optimal results, due to inefficiencies, lack of adequate information or other reasons. These guiding principles have led us to invest in a number of areas including education reform, health care, social services and social justice.<br \/>\n<\/cite>\n<\/p>\n<p>\nLesen wir da in Punkt 3 tats\u00e4chlich, dass die Arnolds keinen 100% Glauben an die segensbringenden Kr\u00e4fte des Marktes aufzubringen im Stande sind?\n<\/p>\n<p>\nJohn D Arnold hat innerhalb von 8 Jahren aus einer Abfindung von Enron in H\u00f6he von bescheidenen 8 Millionen USD ein Verm\u00f6gen gemacht, das Forbes auf 4 000 Millionen USD sch\u00e4tzt. Der Mann ist mit 36 Jahren der zweitj\u00fcngste Multimilliard\u00e4r der Forbes-Liste.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass er und seine Gattin Laura sich selbst ein bisschen vor ihrem Einkommenszuwachs erschrecken: <cite>We look upon our financial position with a mix of disbelief and humility, .<\/cite><\/p>\n<p>Immer wieder weisen die Briefschreiber ganz bescheiden darauf hin, dass sie einfach nur Gl\u00fcck hatten.\n<\/p>\n<p>Nicht alle lassen sich indes von ihrem Verm\u00f6gen erschrecken. <\/p>\n<p>Larry Ellison ist wie immer lakonisch:<\/p>\n<p>\n<cite><br \/>\n To whom it may concern,<\/p>\n<p>Many years ago, I put virtually all of my assets into a trust with the intent of giving away at least 95% of my wealth to charitable causes.  I have already given hundreds of millions of dollars to medical research and education, and I will give billions more over time.  Until now, I have done this giving quietly \u2013 because I have long believed that charitable giving is a personal and private matter.  So why am I going public now?  Warren Buffett personally asked me to write this letter because he said I would be \u201csetting an example\u201d and \u201cinfluencing others\u201d to give.  I hope he\u2019s right.<br \/>\n<\/cite>\n<\/p>\n<p>M\u00f6ge mich der Leibhaftige holen aber ist Larry nicht ein erstklassiger Kandidat f\u00fcr das Echtleben-Vorbild f\u00fcr Tony Stark, den Iron Man?<\/p>\n<p>\nGanz im Gegensatz zu Bill und Melinda Gates, die sich ganz besonders ausf\u00fchrlich auslassen:<\/p>\n<p><cite><br \/>\nParents all over the world do their best to give their children great opportunities.  They work to give their children every chance to pursue their own dreams. etc etc etc<br \/>\n<\/cite>\n<\/p>\n<p>\n Fest steht: &#8220;Wenn ichs schon mal habe, will ich auch was damit machen.&#8221; Eine Nutzung, die man als wohlt\u00e4tig durchbekommt, sichert die Milliardenressourcen und f\u00fchlt sich dabei auch noch gut an. Eine Stiftung verhindert erst mal, dass der Staat die Kohle schm\u00e4lert. Da Stiftungsgelder durchaus gewinnbringend angelegt werden, kann man auch wohltun, ohne den Bestand abzuschmelzen. Man nehme ein paar Milliarden schlau angelegte Stiftungsgelder und schon kann man Jahr f\u00fcr Jahr Millionenbudgets f\u00fcr tolle Projekte in aller Welt ausgeben, ohne, dass sich das Kernverm\u00f6gen verfl\u00fcchtigt. So hatte die Bill und Melinda Gates Stiftung 2005 einen Jahresetat von 1 Milliarde Euro (Quelle: {lhttp:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/das-wirken-der-bill-gates-stiftung-gates-euch-denn-jetzt-besser-1.437401|sueddeutsche.del} ) Dabei betrug damals das Stiftungsverm\u00f6gen immerhin ca. 30 Milliarden USD.\n<\/p>\n<h2>Jetzt lasst uns alle, alle Gutes Tun<\/h2>\n<p>So spenden die Reichen US-Amerikaner also schon immer den Teil ihrer Verm\u00f6gen, den sie nicht f\u00fcr sich selbst verbrauchen k\u00f6nnen und seit thegivigpledge.org wissen wir das auch alle.<\/p>\n<p>\nAber nehmen wir doch einmal einfach an, dass die Superreichen tats\u00e4chlich jetzt beginnen w\u00fcrden, gro\u00dfe Teile ihrer Verm\u00f6gen in [e einen e] Topf zu werfen. Die meist unvollst\u00e4ndigen Pressemeldungen zum Giving Pledge provozieren sicher bei Vielen Rechnungen wie diese:<\/p>\n<p>\n50% von 40 mal durchschnittlich 15 Milliarden macht: 300 Milliarden USD.<\/p>\n<p>Da die Praxis lehrt, dass kaum ein spendender Milliard\u00e4r nur die H\u00e4lfte seines Verm\u00f6gens in Stiftungen unterbringt, schlage ich vor, wir rechnen mit 500.000 Millionen Dollar.<\/p>\n<p>\nDie UNESCO beschreibt ihren eigenen Haushalt so: <br \/>\n<cite><br \/>\nDie UNESCO finanziert sich haupts\u00e4chlich aus den Pflichtbeitr\u00e4gen ihrer Mitgliedstaaten. Der regul\u00e4re Zweijahreshaushalt 2010-2011 betr\u00e4gt 653 Millionen US-Dollar(http:\/\/www.unesco.de\/101.html).<br \/>\n<\/cite>\n<\/p>\n<p>Andere UNO-Institutionen, die Welthungerhilfe und Konsorten stehen nicht gro\u00df anders da. Unter den internationalen nicht-privaten Organisationen k\u00f6nnen nur die Weltbank und der IWF mit Zahlen aufwarten, die sich mit dem Aufkommen des Giving Pledge vergleichen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Nehmen wir weiter an, dass eine solche Organisation eine gewisse Sogwirkung entfalten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Hierzulande wird bereits jetzt diskutiert, wie man denn unsere Superreichen dazu bringen k\u00f6nnte, ebenfalls so wohl zu tun. Sagen wir mal, Alt-Europa, Japan und sp\u00e4ter S\u00fcdamerika, Russland und China w\u00fcrden ihre Milliard\u00e4re ebenfalls dazu bekommen, wie Gates oder Buffet zu verfahren.<\/p>\n<p> Die erste Billion ist die schwerste aber sicher in ein paar Jahren machbar. Am durch Steuermilliarden wiederhergestellten Finanzmarkt professionell angelegt, bringt das sicherlich den Gegenwert der staatlichen Entwicklungshilfe aller G8-Staaten zusammengenommen als Jahresetat.<\/p>\n<p>Eine internationale Organisation von so ganz neuem Typus br\u00e4uchte freilich auch eine international wirkende Webadresse. Wie w\u00e4re es denn mit:<\/p>\n<p>\nworld-government.org\n<\/p>\n<p>&#8230; ? Nat\u00fcrlich nicht vergessen: diverse \u00e4hnlich klingende und Tippfehlerdomains mitregistrieren!<br \/>\nhttp:\/\/weltregierung.org\/ ist leider schon registriert, dabei nicht mal ganz unlustig aber schon seit l\u00e4ngerem ungepflegt. Auch http:\/\/worldgovernment.org ist bereits besetzt. Herr Garry Davis ist nicht mehr der J\u00fcngste und schlie\u00dflich will man ja auch, dass alle Menschen freundlich sind. Pazifismus ist sicherlich kein Hinderungsgrund, der neuen Weltregierung zumindest ehrenhalber anzugeh\u00f6ren. Die Unterzeichner des Giving Pledge sind Gesch\u00e4ftsleute und Gesch\u00e4ftsleute wissen: M\u00fcnzen und Speere klappern nicht gleichzeitig.\n<\/p>\n<p>Nein: es kann einer Weltregierung der wohlt\u00e4tigen Reichen nicht um gewaltsame Machtergreifung gehen. Gewalt bedeutet Zerst\u00f6rung von Investitionen und Infrastruktur und vor allem: Unsicherheit. Anarchie und Umsturz macht Vertr\u00e4ge unwirksam, Vertr\u00e4ge, die man braucht, um in der Position zu bleiben, in der man Gutes tun kann.<\/p>\n<p>Besonders Bill Gates wird nicht m\u00fcde, die mystische Verbindung von Kapitalismus und Demokratie zu preisen. Zwar f\u00e4llt es wohl auch ihm schwer, die Verbindung zwischen diesen beiden von Ihm selbst stets hochgehaltenen Erstrebungszielen auch in China zu erkennen. Aber er ist sicher, dass der Mythos Kapitalismus==Demokratie sich letztlich auch in Politb\u00fcro der KPC herumsprechen wird.\n<\/p>\n<p>Mit einem Giving Pledge, wie ihn die deutschen Medien andeuten und beschreiben, k\u00f6nnten er, Warren und die anderen guten Jungs und M\u00e4dels jedenfalls gleich ein demokratisches Modell f\u00fcr ihre eigene Weltregierung.org entwickeln. Was f\u00fcr eine sch\u00f6ne Herausforderung! Wie wollen wir es denn machen?\n<\/p>\n<p>\nLeider scheint es ein Problem zu geben mit dem, was traditionell als &quote;Demokratie&quote; bezeichnet wird: {lhttp:\/\/www.dallasfed.org\/research\/pubs\/ftc\/meltzer.pdf|dallasfed.org\/research\/pubs\/ftc\/meltzer.pdfl} auf Seite 14 dieses PDF l\u00e4sst der \u00d6konom und Milton Friedman-Sch\u00fcler Allan Meltzer durchblicken, dass Einkommen und W\u00e4hlerstimmen nicht proportional verteilt sind. Vulgo: der Hartzer hat eine Stimme, der Milliarden-Spender hat auch eine. Auf world-government.org kann diesem \u00dcbel kreativ begegnet werden. Niemand wird sich wundern oder aufregen, wenn einige Stimmrechte nach Einlage verteilt sind. Man kann dabei auch ganz klassisch Basisdemokratisch werden:\n<\/p>\n<ol>\n<li>Projekte aus aller Welt bewerben sich um F\u00f6rdermittel.<\/li>\n<li>Ein Board of Directors, bestellt von den Spendern, w\u00e4hlt aus, was interessant erscheint.<\/li>\n<li>Experten der Gates-Stiftung, namhafte \u00d6konomen aus Chicago und ein paar Thinktanks ermitteln, was machbar und nachhaltig ist.<\/li>\n<li>Alle, alle Menschen d\u00fcrfen dar\u00fcber abstimmen, was von den Projekten, die \u00fcbrig bleiben, in die Praxis \u00fcberf\u00fchrt wird.<\/li>\n<\/ol>\n<p>\nWollen wir mit freiem Informationsaustausch experimentieren und in S\u00fcdamerika Computer verteilen, auf denen frei verteilbare Software l\u00e4uft, Internetanschl\u00fcsse finanzieren und die Ausbildung von Programmierern, die dann im www machen d\u00fcrfen\/sollen, was sie wollen? Oder wollen wir ein paar tausend Tonnen patentiertes Saatgut von Monsanto kaufen, damit die Landwirtschaft in afrikanischen Gro\u00dfbetrieben mehr Arbeitspl\u00e4tze und Verm\u00f6gen generiert?\n<\/p>\n<p>Wie wird wohl die Pr\u00fcfung der Direktoren nach Neigung und der Experten nach unumst\u00f6\u00dflichen wissenschaftlichen Wahrheiten ausfallen? Sollten \u00fcberhaupt beide Pl\u00e4ne zur Endabstimmung aufgestellt werden oder gibt es sachliche Bedenken gegen einen der beiden Pl\u00e4ne?\n<\/p>\n<h2>Ozzy ist anders<\/h2>\n<p>\n&#8230;zum Beispiel ist er kein Milliard\u00e4r. Damit ist auch nicht mit einem Brief von Sharon und Ozzy Osbourne auf thegivingpledge.org zu rechnen. Viel mehr als die paar Millionen, die die Erstunterzeichner nach der Spende noch \u00fcbrig haben, werden bei den Osbournes erst einmal nicht zu holen sein. Ozzy selbst als einer der gr\u00f6\u00dften lebenden Beatles-Fans wei\u00df nat\u00fcrlich, dass Paul McCartney seiner von Deindustrialisierung gebeutelten Ex-Heimatstadt Liverpool sowas wie eine Musikschule spendiert hat. M\u00f6glicherweise wird er auch irgendwann was in der Richtung unternehmen oder er erinnert sich an seinen 1980er Song &quot;Mother Earth&quot; und l\u00e4sst ein Milli\u00f6nchen bei Greenpeace fallen.\n<\/p>\n<p>\nSicher ist nur, dass seine Black Rain CD von 2007 wider Erwarten ein sehr guter Kauf war. Dank Zakk Wild hat die Platte das, was Ozzy immer schon gebraucht hat, um wirklich gut zu sein: ebenb\u00fcrtige Musiker in der Band. Wie sich seine Stimme durch das Humbuckergemetzel von Wilde s\u00e4gt, ist immer wieder sch\u00f6n anzuh\u00f6ren aber das ist nicht alles. W\u00e4hrend die Briefe auf thegivingpledge.org eher einf\u00f6rmig wirken, bietet Black Rain erstaunlich viel Abwechslung. Und dabei halten die gelegentlichen Ausfl\u00fcge ins 21. Jahrhundert der Popmusik einen soliden Abstand zu peinlichem &quot;Das wollen die Kids heute h\u00f6ren, Ozzy&quot;-Mist.\n<\/p>\n<p>\nUnd Ozzy hat sogar rein zuf\u00e4llig was zum Thema Geld zu sagen:<cite> &quot;How could you fuck us all over? Rape, steal and murder. God bless the almighty dollar&quot;<\/cite>\n<\/p>\n<p>Wen meint er nur? Vielleicht diejenigen, die seit 30 Jahren um jeden Preis jeden Dollar an sich rei\u00dfen, der durch die Arbeit von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Arbeitern entsteht und irgendwie verf\u00fcgbar, das hei\u00dft: nur von Schw\u00e4cheren festgehalten wird?\n<\/p>\n<blockquote>\n<p>We feel very lucky to have the chance to work together in giving back the resources we are stewards of.  By joining the Giving Pledge effort, we\u2019re certain our giving will be more effective because of the time we will spend with this group.  We look forward to sharing what a wonderful experience this has been for us and learning from the experience of others.\n<\/p>\n<p>\nBest Wishes,<\/p>\n<p>\nBill and Melinda Gates\n<\/p>\n<\/blockquote>\n<h2>Epilog<\/h2>\n<p>\nAls ich das erste Mal vom Giving Pledge h\u00f6rte, dachte ich, dass die Aktion gerade hier ein ein durchschlagender Erfolg werden w\u00fcrde. Alle Welt w\u00fcrde verlegen gestehen, dass die Superreichen eben doch lieb sind oder doch meist lieb sein k\u00f6nnen und dass man nun auch aufh\u00f6ren sollte mit den garstigen und jetzt auch undankbaren Debatten \u00fcber Spitzensteuers\u00e4tze, Verm\u00f6genssteuer etc. Genauso, wie es nur wenige gibt, die Ozzy wirklich zu sch\u00e4tzen wissen, dachte ich, dass es wohl kaum jemanden g\u00e4be, der die systemischen Probleme der frommen Gesten von Bill, Warren und Kollegen sehen und aussprechen w\u00fcrde.\n<\/p>\n<p>\nAber es scheint sich doch mehr zu bewegen, als ich dachte. Zwei von drei Kommentatoren lassen durchblicken, dass die Geste ja sch\u00f6n und gut und sicher vielleicht auch gut gemeint ist, dass man aber nicht vergessen sollte, dass die demokratisch legitimierten Staatswesen f\u00fcr die Wohltaten zust\u00e4ndig sein sollten. Und dass sie daf\u00fcr Steuermittel ben\u00f6tigen, die wiederum durch das Absch\u00f6pfen von Spitzenverm\u00f6gen legitim beschaffbar w\u00e4ren. Selbst aus der CDU kamen Stimmen in dieser Richtung und die Medien interviewten erstaunlich oft Linkspolitiker, die dann auch in sch\u00f6ner Ausf\u00fchrlichkeit erkl\u00e4ren durften, warum private Wohlt\u00e4tigkeit kein Ersatz f\u00fcr gesetzlich verbriefte Rechte auf menschenw\u00fcrdige wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr alle sein k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>\nAlso besonders an die Medien: nicht schlecht, meine Damen und Herren, nur immer weiter so! Und wenn n\u00e4chstes Mal irgend ein Hedge Fonds Eurer Redaktion an die Gurgel geht, k\u00f6nnt ihr sagen: &quot;Wenigstens haben wir die Lumpen nicht auch noch f\u00fcr den Friedens-Nobelpreis vorgeschlagen.&quot;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Anfang August geht ein Raunen durch die deutschen Medien: die amerikanischen Superreichen, fiese, eiskalte Geldraffmaschinen allzumal, sind scheinbar doch lieb. Bill Gates und Warren Buffet haben ihre Milliard\u00e4rs-Kollegen angerufen und gebeten, doch zu versprechen, wenns geht wenigstens die H\u00e4lfte Ihrer Verm\u00f6gen der Wohltat zu widmen. 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