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    wir zeigen, dass es geht....

    AMS-Guitrack: ein virtueller Gitarrenverstärker für Linux

    In vielen Diskussionen im Netz taucht die Frage auf, was man als Musiker ohne NIs GuitarRig anfangen soll. Theoretisch kann man diese Software für ca. EUR 300,- kaufen und mit einem Windows-VST-Host unter Wine laufen lassen. Dank Wine-Asio funktioniert das auch eingebunden in Jack bei akzeptabler Latenz.
    ams-guitrack-bildchen Wir wollen aber ausschlie´┐Żlich mit freier Software arbeiten. Teile von virtuellen Gitarrenamps gibt es seit einiger Zeit auch für LADSPA. Die meisten einschlägigen Module sind in der CAPS-Sammlung von Tim Goetze enthalten. Zusammensetzen lassen sich die Module in Hostapps wie Jackrack und auch ein Kanal in Ardour lässt sich zu einem Gitarrenverstärker ausbauen. Nach einigen Experimenten habe ich mich für Alsa Modular Synth entschieden. AMS wird seit kurzem wieder aktiv entwickelt (ein grosses "HURAAHH" geht an Malte Steiner...). Der AMS kann nicht nur LADSPA-Module einbinden, er hat auch unübertroffen vollständige MIDI-Unterstützung. Jeder einzelne Parameter lässt sich auf einen Controller-Event legen — für einen Gitarren-amp hochgradig nützlich. Ähnliche Fähigkeiten hat nur noch OM-Synth zu bieten. Dave Robillards lange erwartetes Modularsystem ist aber noch nicht stabil genug für echten Praxiseinsatz.
    Der Patch für AMS enthält zwei C*-Amp-Simulationen, die sich über einen Mixer getrennt ansteuern oder auch mischen lassen. Nach der ersten Signalverarbeitung mit den üblchen Gain/Drive/EQ Einstellungen wartet ein Kompressor auf das Signal. Der Unterschied, der an dieser Stelle mit Ratio, Gain und Threshold erreicht werden kann, ist erheblich. Das heisst auch, dass wir hier die Möglichkeit haben, viel falsch zu machen. Das Verhältnis zwischen Eingangssignal und Kompressor ist delikat — suboptimal eingestellte Parameter sorgen leicht für ein kratziges, schlaffes Resultat, das in einem Meer von Rauschen ertrinkt.
    Nach dem Kompressor erzeugt Cabinet II einen digitalen Lautsprecher. Die Unterschiede zwischen den Modellen sind erfreulich stark ausgeprägt. Von der Boxensimulation wird das Signal einmal direkt und 3 mal mit einem zwischengeschalteten Effekt an einen Mixer weitergeleitet. Hier kann dem Signal Flanger, Chorus, Phaser und Pitchshift beigemengt werden. Zu guter Letzt habe ich ein standesgemässes Platereverb eingebaut. Sebastian Tschöpel hat mich auf der LAU-Liste darauf hingewiesen, dass ein digitaler Gitarrenverstärker ohne Delay zeimlich blöde dasteht. Für Slapback-Stereo Freunde hängt das Delay in nur einem Kanal vor dem Stereoausgang.

    Die AMS-Patch-Dateien für AMS-Guitrack gibt es hier.

    ...und hier einige Sound-Beispiele.

    ams-guitrack01

    AMS-Guitrack mit geöffneter Parameter-Anzeige — hier kann der Gitarrist auch Presets speichern...


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