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    wir zeigen, dass es geht....

    AMS-Guitrack: Die Anleitung

    Die Gitarre anschließen

    AMS-Guitrack ist, wie auch die in Ihm verwendeten Patches, als möglichst realistische Simulation eines echten Verstärkers angelegt. Prinzipiell sollte es möglich sein, mit der Software genau so, wie mit einem richtigen AMP zu arbeiten. Allerdings ist eine Soundkarte an einem Computer nur sehr selten vergleichbar mit einem Eingangsanschluss an einem Gitarrenverstärker. Wer seine Gitarre an den Jackport von AMS anschließt, muss das Signal vorher so abstimmen, dass die Plugins in AMS-Guitrack optimal damit umgehen können. Die dabei verwendeten Geräte sind wichtig, es existieren aber keine "Mindestanforderungen" abgesehen von der offensichtlichen Notwendigkeit, dass irgendeine elektrische Verbindung zwischen der Gitarre und einem Jackport möglich sein muss...
    Ideal ist ein direkt regelbarer Instrumenten-Eingang an der Soundkarte. Viele Firewire und USB-Soundkarten bringen einen solchen Anschluss mit. Gute Dienste leistet auch ein Mikrofon-Eingang an einem Mixer, dessen Line-Ausgang an den Line-In der Soundkarte geht. Der Mikrofon-Eingang direkt an der Soundkarte ist prinzipiell ebenfalls geeignet, dürfte aber meist keine überzeugende Qualität bieten.

    Egal, welchen Anschluss man verwendet, die entscheidenden Einstellungen geschehen zwischen dem physischen Line-In der Soundkarte und dem Capture-Port, den Jack verwendet.

    ams-gr-input

    Dieses Setup ist grenzwertig: das Signal kommt von einer einfachen Ibanez RG, die direkt an den Line-In eines Behringer UControl USB Soundcodecs angeschlossen ist. Das funktioniert im Prinzip aber ohne weitere Vorverstärkung wird man nicht weit kommen.

    Es empfiehlt sich, das Signal gleich am Eingang mit einem Anzeigewerkzeug wie Jack Meterbridge zu messen. Im Bild ist der linke Kanal des Eingangs alsa_pcm_capture mit der linken Anzeige von Meterbridge verbunden, die rechte Anzeige zeigt den Ausgang von AMS. Das Eingangssignal schwankt etwa zwischen minus 20 und minus 5 db — das ist definitiv zu wenig für eine brauchbare Verarbeitung in AMS-Guitrack. Will man aus diesem Eingang etwas hörbares herausholen, müssen auch der Eingang und der Ausgang des Patches selbst voll aufgedreht werden. Trotzdem gibt AMS kaum mehr als minus 2 db her und auch nur dann, wenn die meisten internen Regler im Patch voll aufgedreht sind. Soll AMS-Guitrack ein dynamisches, starkes Signal erzeugen, muss der Eingang wenigstens zwischen minus 5 und 0 db arbeiten. Ein vorgeschalteter Mikrofon-Vorverstärker wirkt hier Wunder. Wer am Mischpult alles richtig macht, stellt schnell fest, dass AMS plötzlich viel natürlicher reagiert und ein Signal ausgibt, das man durchaus am Ausgang leiser regeln muss. Der Eingang ist optimal eingesellt, wenn man ein lautes Signal von AMS bekommt während der Eingang des Patches (PCM IN ID1) etwa auf 50% steht.

    Interne Einstellungen

    Der Qualität des AMPs wird bestimmt vom Verhältnis zwischen den Eingangsreglern, den Gain-Reglern der AMP-Module und der Werte für Gain, Threshold und Ratio des Kompressormoduls. Wer damit nicht alles erreicht, hilft mit dem Gainregler des Cabinet-Moduls nach. Der Komressor übernimmt die Aufgabe eines Masterkanals an einem richtigen Amp. Hier bekommt das Signal nach Bedarf mehr Körperlichkeit oder Dynamik. Zur Endabstimmung des fertigen Sounds dient der Ausgangsregler PCM out ID 2. An diesem ist eine automatische Gain-Kontrolle aktiviert, die sich mit einem Limiter vergleichen lässt. Damit kann auch hier das Signal noch mal verbogen werden. Wir haben die besten Resultate bekommen, wenn Gain und Vol etwa auf 50% stehen und der Ausgang damit in Ardour unter 2 db bleibt.

    ams-howto01

    Ist der Patch optimal an die verwendete Gitarre angepasst, darf man von AMS-Guitrack nicht viel weniger erwarten als einen sehr amtlichen Sound. Ich bin selbst überrascht: als alter Analogsound-Metaller muss ich sagen, dass die in der Produktion verwendeten Gitarren erstaunlich kräftig klingen. Es macht richtig Spass, die Gitarre über AMS durch die Monitorboxen metzeln zu lassen.... Mit Sicherheit wäre es ausgesprochen schwierig geworden, ähnlich erfreuliche Gitarrenspuren mit Mikros vom Amp zu bekommen. Wer möchte, kann gern versuchen, herauszubekommen, welche zwei Stücke auf welchem Kanal tatsächlich E-Gitarren vom Amp per Mikro enthalten ....

    Extras

    AMS besitzt einen zwar versteckten aber gut funktionierenden Mechanismus zum Speichern von Presets. Zunächst stellt man einzelne Parameter mit Hilfe des Control-Centers auf Tabs und Frames des Parameter-View zusammen. Der Vorgang ist schwer zu erklären und leicht zu verstehen, wenn man ihn ausprobiert. Prinzipiell markiere man einen Parameter rechts in der Liste der im Patch aktiven Module. Dann ruft ein Klick auf "Add to Parameterview" einen Dialog auf, in dem erst ein Frame, dann ein Tab angegeben werden muss. In beiden Fällen vergebe man den Namen nach Wunsch, AMS erzeugt die Elemente, wenn diese noch nicht existieren. Ein Frame ist ein rechteckiger Unterbereich eines Tabs — die Tabs sind Karteireiter im Parameterview.

    ams-guitrack-parameters

    Den Parameterview öffnet "View/Parameterview". Die Zustände der Parameter speichert ein Klick auf "Add Preset" in diesem Fenster. Vorsicht! das Feld für den Presetnamen beginnt mit einem Leerzeichen — dieses muss entfernt werden, weil sonst die Presetnamen beim nächsten Laden des Patches nicht mehr angezeigt werden. Im Control-Center lassen sich übrigens auch die Parameter mit Midi-controllern verbinden. In der zunächst leeren linken Spalte melden sich MIDI-Controller von mit dem MIDI-Panel in Qjackctl angeschlossenen Keyboards, Expression-Pedalen etc. Markiere einen Controller links, anschließend einen beliebigen Parameter rechts und ein Klick auf "Bind" verbindet beide.

    Die AMS-Patch-Dateien für AMS-Guitrack gibt es hier.

    ...und hier einige Sound-Beispiele.

    ams-guitrack01

    AMS-Guitrack mit geöffneter Parameter-Anzeige — hier kann der Gitarrist auch Presets speichern...


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