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  • The Linux Audio Proof Of Concept
    wir zeigen, dass es geht....

    Hardwarefundus wird vollständiger: die Presonus Firebox

    Was wir noch brauchen

    Bis jetzt habe ich mit Freunden und Musikerkollegen im Heimstudio mit einer zweikanaligen MAudio-Soundkarte Aufnahmen gemacht. Wenn mehr benötigt wurde, sind wir in ein kleines Studio gegangen oder wir haben für ein zwei Tage Geräte geliehen. Für das Lapoc-Projekt brauchen wir allerdings eine eigene Möglichkeit, auf wenigstens 6 Kanälen gleichzeitig aufzunehmen. Die meisten Bands brauchen eine Pilotaufnahme mit getrennten Stimmen, um effektiv zu guten Resultaten zu kommen und ein echtes Schlagzeug auf nur zwei Spuren amtlich aufzunehmen, würde aufwändige Outboard-Technik vorraussetzen, die wir aber nicht bezahlen können und auch nicht benutzen wollen — schließlich wollen wir nachweisen, dass man für gute Aufnahmen mit Linux eben nicht doppelt so viel Geld wie für ein Equipment auf Win/Mac-Basis ausgeben muss...

    Was es so gibt

    Um auch mal mit dem Notbuch zu einer Session aufkreuzen zu können, habe ich zunächst versucht, eine USB-Lösung zu finden. USB-Audio wird von Alsa sehr gut unterstützt und bringt kein Lizenztheater mit sich (Firewire ist von einigen Patenten betroffen). Leider konnte ich in der angepeilten Preiszone keine USB-Soundkarten mit mehr als 2 diskreten Ausgabekanälen finden — die Edirol UA101 war mir zu teuer. Also packte ich meinen Laptop auf den Buckel und bat den freundlich erstaunten Verkäufer im Just-Music-Laden in Berlin PB um Erlaubnis, ein paar Firewire-Geräte für unter 400,- Euro testen zu dürfen. Das wurde mir auch sehr unbürokratisch eingeräumt und so steckten kurz darauf in einer gemütlichen Ecke des Ladens ein Edirol FA66 und eine Presonus FireBox am FW-Anschluss meines MSI-Notbuchs. Beide machten zunächst eine ganze Reihe unschöne Schwierigkeiten. Leider hatte ich mich nicht ausreichend vorbereitet und wusste mithin nicht, dass man für FW-Audio in der Gruppe disk sein muss. Die "permission denied"-Meldungen in der Ausgabe von jack brachten mich aber immerhin so weit, dass ich schliesslich als root die Anschlüsse der FireBox in Ardour verwenden konnte. Qjackctl kam mit beiden Karten auch mit root-Rechten nicht zurecht. Da die Presonus schliesslich irgendwie lief, machte ich den Deal mit dem Händler und nahm die FireBox mit. Das Teil ist seit etwa 18 Monaten am Markt und bietet für EUR 300,- 4 diskrete Kanäle analog (zwei Mikro, zwei Line) plus Stereo-SPDIF - 6 Kanäle reichen für einen Piloten und auch für ein Schlagzeug. Just Music bietet 30 Tage Geld-zurück für originalverpackte, gut erhaltene Geräte...

    Durch Nacht zum Licht

    Kaum war die Box in meinem Heimstudio aufgebaut, hatte ich schon das erste HowTo im Browserfenster. Nachdem ich mich in Gruppe disk eingetragen hatte, konnte ich als Normalnutzer jackd wie folgt starten:

    /usr/bin/jackd -R -t1000 -dfreebob -r44100 -p256 -n3

    ardour-freebob-verbinder

    Die Kanäle konnte ich in Ardour verbinden, hören und aufnehmen — Glück und Freude, alles schien sehr gut. Dummerweise stürzte Freebob dauernd ab. Bei diversen Aktionen in Ardour(Umschalten des Monitoring von Extern auf Software etc.) und in den ersten 2 Stunden auch 3-4 mal ohne erkennbaren Grund. Auch der Versuch, Qjackctl oder ZynaddsubFX zu starten, endeten in unerwünschter Stille. Zwar ließ sich Ardour nach jedem Absturz fehlerlos wiederverbinden — an produktives Arbeiten mit dem Setup war aber nicht zu denken.
    Ich vermute, das Problem hängt mit dem 32bit UbuntuStudio zusammen, auf dem die ersten Tests liefen. Nach den Abstürzen musste ich jedes Mal das Gerät trennen und wieder anstecken, bevor sich Freebob zum neuen Start bewegen ließ. Ein Problem mit der Einbindung des FW-Rawgeräts in das System liegt also nahe.

    Nun habe ich auf dem Notbuch (AMDTurion64) auch noch ein 64Studio Electric installiert. In diesem stellte sich die Situation gänzlich anders dar. Nach den nötigen Anpassungen (Group disk siehe oben) kann ich in diesem System mit Ardour praktisch nach Belieben Gebrauch von der FireBox machen. Nachdem ein erster Test mit den oben genannten Settings für jack schon sehr gut aussah, wollte ich herausfinden, wie es eigentlich mit den ProAudio-Fähigkeiten der Kiste in Linux aussieht:

    /usr/bin/jackd -R -t1000 -dfreebob -r96000 -p256 -n3

    Und siehe! es ward Licht. Mit diesen Einstellungen lief das Teil mit Ardour 6 Stunden lang wie geschmiert. Alle 6 Kanäle gleichzeitig plus Einspielungen via Jackrack und von Specimen aufnehmen kein Problem. Nebenbei surfen und OpenOffice starten auch nicht. Ich konnte sogar gleichzeitig (!!) über den Onboardchip des MSI mit Audacity aufnehmen und abspielen. Ein Absturz von artsd mit 98% Systemlast brachte die Feuerkiste auch nicht aus dem Konzept. Erst die grosse Bestie ZynAddSubFX konnte Freebob besiegen. Nun, auf ZynAdd werden wir bei den Aufnahmesessions wohl verzichten können. Weniger erfreulich ist, dass auch Hydrogen keinen Anschluss an Freebob finden konnte. Im grossen und ganzen kann ich aber sagen, dass ich die 30-Tage Regelung nicht in Anspruch nehmen werde. Presonus zeigt sich übrigens durchaus freundlich, was die Arbeit der Freebob-Devs angeht, dieser zusätzliche Pluspunkt hat letztlich den Ausschlag gegeben, auf weitere Experimente zu verzichten und die FireBox als festen Bestandteil in die Hardwareliste des Projekts einzutragen....

    Mehr dazu: die Firebox in der Praxis
    msi-plus-presonus.

    Die Presonus Firebox — der Sound, den das Gerät liefert ist übrigens fabelhaft...


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