LAPOC --
es geht....

Umzug und Samplesammlung

Autor: zettberlin

Datum: 2008-09-21

bildchen
Samuel Taylor Coleridge schreit nach Geigen und Henry hört ihn
Bis Juli 2008 hatten wir in einem Büroraum in der Langhansstraße an unseren Aufnahmen gearbeitet. Ein Büro ist als Tonstudio nicht optimal und auch die Miete wurde uns auf die Dauer zu fett. Also habe ich etwas anderes gesucht und die Galerie Wallywoods bot sich an. Ich kenne deren Betreiber schon länger und hatte auch schon dort mit Band geprobt.

Welcome to Paradox Pauls home of the Lärm

Die Galerie ist eine Mischung aus Underground-Punk und Kunstbreitseite. In den in feinstem 80er Jahre DDR-Beton verwinkelt errichteten Räumen hängen an die 150 Gemälde jeder Größe. Fast alle gegenständlich aber nichts in der fröhlichen Jungpioniermanier die Guido Westerwelle so gerne kauft. Zur Zeit sind auch etliche Installationen und Skulpturen zu besichtigen, darunter 10 antike Klaviere, denen teils mit Draht, teils mit Nägeln und ähnlichen Objekten übel aber kreativ mitgespielt wurde. In der Klavierinstallation stehen zwei Schlagzeuge, an denen fast täglich gejamt wird. Unser Regieraum befindet sich in einem anderen Teil des Gebäudes und ist knapp (!!) 2x3,5 Meter winzig. Trotzdem lässt sich hier arbeiten: die Akustik ist OK und der Raum lässt sich während der Jams recht brauchbar abdichten. Natürlich liegt es nahe, ein Mikrofonkabel aus dem Regieraum in einen der anderen Räume zu legen. Wir haben damit dutzende Möglichkeiten, Stimmen und Instrumente mit einzigartigem Raumklang aufzunehmen. Endlich können wir auch Schlagzeug und ähnlich laute Tongeber vernünftig mikrofonieren. Bei den bisherigen Sessions musste ich den Sound für das Drumkit im gleichen Raum einstellen - das ist natürlich Unsinn: selbst mit angeschraubtem Kopfhörer ist das Mikrofonsignal nicht vom Gedresche des Drummers im gleichen Raum zu unterscheiden. Letztlich kann man so nur nach Anzeige arbeiten: was nicht ins rote knallt, ist schon irgendwie OK. Natürlich haben wir den neuen Luxus schon ausprobiert. Wenn ich ein Schlagzeug sehe, denke ich gleich an die proprietären Alesis-D4 Samples, die ich immer noch mit mir herumschleppe. Seit einer Woche sind zumindest die Beckensounds aus der D4-Abteilung nicht mehr von Nöten und auch eine hübsche kleine Snare ist gerade in der Mache... bildchen
Zwar nicht gross, aber dafür winzig, der Raum ist im Winter bestimmt leicht zu heizen.

Samples für Freepats

Das Freepats-Projekt arbeitet an Soundfonts unter freier Lizenz. Es ist mir ein Fest, Material dazu liefern zu können. Bisher hatte ich Samples fast ausschließlich für meinen Bedarf aufgenommen. Da ich kein echtes Interesse an sog. originalgetreuen Nachahmungen echter Instrumente habe, gehe ich dabei ganz nach Geschmack vor. Cool ist, was irgendwie interessant klingt, originalgetreu braucht es nicht zu wirken. Freepats wollen aber Soundfonts für die Massen bauen und auch für Leute, die mit 1000-Euro-Controllern auf Soundfonts spielen und die subtile Velocityweitergabe auch gern hören wollen. Also habe ich begonnen, Samples etwas konventioneller als bisher aufzunehmen. Die Resultate sind 2 bis 3 Minuten lange Wavfiles mit 96KHz Rate und 32float Auflösung, die alle Welt ab sofort hier im Downloadbereich herunter laden kann. Bisher haben wir vor allem Schlagzeug aufgenommen, Gitarren und auch die Pianos folgen nach und nach. Auch die im Bild zu sehende Violine wird nicht lange auf sich warten lassen. Zur Zeit brilliert Henry auf dem Instrument, weil wir Samuel Taylor Coleridges unsterbliches Kublah Khan Gedicht vertonen. Orchestrale Streicher scheinen uns da ausgesprochen passend. Wie dieses Werk voranschreitet, berichten wir demnächst.

.


:kontakt:  |  :impressum:

Creative Commons-Lizenzvertrag
Die Inhalte auf den von dieser Seite aus unmittelbar auf dieser Domain (www.lapoc.de) erreichbaren Seiten sind
unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.